Wer sich für Wassersport und insbesondere Motorboote oder Segeljachten interessiert, der wird schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, den Bootsführerschein zu machen.


Welche Varianten des Bootsführerschein gibt es?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass man sogar ohne Bootsführerschein einen Urlaub auf dem Wasser verbringen kann. Denn wer auf Binnengewässern sowie auf der Nord- oder Ostsee ein Schiff mit maximal 15 PS und einer Länge von unter 15 Metern fahren möchte, kann dies ohne Bootsführerschein tun. Auf dem Rhein ist zu beachten, dass hier die Grenze bei 5 PS liegt.

Bei Booten mit mehr PS benötigen Sie den Sportbootführerschein (SBF) See" bzw. den "Sportbootführerschein Binnen". Seit 2017 werden diese Führerscheine nicht mehr getrennt ausgestellt, sondern es gibt einen einzigen Sportbootführerschein, in dem dann vermerkt wird, auf welchen Bereich er sich bezieht, also ob See oder Binnengewässer.

Der Sportbootführerschein See ist international anerkannt

Wer sich im Ausland ein Motorboot mieten möchte, der wird mit dem Sportbootführerschein See keine Probleme haben, denn er ist durch ein Zertifikat der Vereinten Nationen auf der ganzen Welt anerkannt.

Möchte man jedoch eine Segeljacht chartern, wird der Sportküstenschifferschein (SKS) benötigt, für den der Sportbootführerschein See eine Voraussetzung ist. Außerdem gibt es eine umfangreiche Schulung in Theorie und Praxis und es müssen mindestens 300 gefahrene Seemeilen nachgewiesen werden. Schließlich muss der Inhaber des Sportküstenschifferscheins auch die Verantwortung nicht nur für die Segeljacht, sondern auch für die Mannschaft übernehmen.

Der Weg zum Sportbootführerschein

Wer noch keinen Bootsführerschein hat, der sollte mit dem Sportbootführerschein See beginnen. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn erstmal nur auf Binnengewässern gefahren werden soll. Auf diese Art lässt sich viel Zeit und Geld sparen, denn bei bestandenem Sportbootführerschein See wird beim Sportbootführerschein Binnen unter Motor nicht nur ein Drittel der Theorie, sondern auch die Praxisprüfung erlassen, was eine deutliche Erleichterung ist.

Generell muss beachtet werden, dass die Prüfung zum Bootsführerschein deutlich anspruchsvoller als der Autoführerschein ist, da es hier viel Neues zu lernen gibt, was man nicht schon vom Alltag kennt. In der Prüfung werden dann 30 von 285 Fragen über das Multiple-Choice-Verfahren gestellt sowie recht komplexe Navigationsaufgaben. In der Praxis werden neben Knoten auch das Peilen, das An- und Ablegen, kritische Situationen sowie ein Mann-über-Bord-Manöver überprüft.

In der Theorieprüfung für den Sportbootführerschein Binnen für Segel und Motor werden sogar 300 Fragen verlangt. Außerdem ist zu beachten, dass es hier einige andere Verkehrsregeln und Schifffahrtszeichen gibt und auch die praktische Prüfung ist sehr streng.

Zeitlicher und finanzieller Aufwand

Allgemein lässt sich sagen, dass der Sportbootführerschein See nicht schnell an einem Wochenende zu bekommen ist. Neben den theoretischen Unterweisungen und dem individuellen Lernen, sind auch mindestens fünf Praxisstunden zu absolvieren.

Die Preise können je nach Anbieter variieren und liegen meist bei 450 bis 600 Euro. Dazu müssen allerdings noch Bücher, Navigationsbesteck und die Prüfungsgebühr von ca. 80 Euro gerechnet werden. Entscheidet man sich dafür, den Sportbootführerschein Binnen direkt danach zu machen, kann man zwischen 200 bis 300 Euro einsparen.

Nicht zu vergessen sind dann noch die Kosten für die ärztliche Untersuchung, die eine Voraussetzung für die Prüfung ist. Hier wird überprüft, ob keine Einschränkungen wie Farbenblindheit oder Schwerhörigkeit bzw. schwere Krankheiten wie beispielsweise Epilepsie vorliegen. Zusammenfassend lassen sich daher die Kosten für den Bootsführerschein mit ca. 1.000 Euro beziffern.

Ein Bootsführerschein ist Pflicht

Deutsche Staatsbürger, die in Deutschland leben, müssen auch einen deutschen Bootsführerschein haben. Ein ausländischer Bootsführerschein ist nur maximal zwölf Monate in Deutschland gültig, bis die deutsche Bootsführerscheinprüfung Pflicht ist. Der ausländische Bootsführerschein kann in Deutschland nicht anerkannt werden.

Wird man ohne einen gültigen Bootsführerschein kontrolliert, wird ein Bußgeld von 150 Euro fällig. Bei einer wiederholten Kontrolle kann dann sogar auch der Autoführerschein eingezogen werden. Es ist also dringend zu empfehlen, diese Vorschriften sehr genau zu nehmen.