Beim ersten Bootsurlaub ist es sicher noch etwas aufregend, wenn eine Schleusenfahrt ansteht. Damit alles klappt und nichts passiert, sind ein paar Punkte zu berücksichtigen, die hier näher erklärt werden.

Die Einfahrt in die Schleuse

Hier ist immer genau auf das Signal zu achten. Erst wenn das Signal Grün zeigt, sollte losgemacht werden. Es kann nämlich immer mal passieren, dass doch noch jemand aus einer vermeintlich leeren Kammer kommt. Wechselt das Signal dann doch wieder auf Rot, muss man sich direkt wieder zurück zur Wartestelle begeben. Das ist auch der Fall, wenn man schon fast durch das Tor hindurch ist. Hier ist immer auf die Anweisungen des Schleusenwärters zu achten.

An manchen Schleusen kann es durchaus vorkommen, dass man alleine ist. In einem solchen Fall kann man sich meist den Platz in der Kammer selber wählen. Sollten mehrere durch die Schleuse fahren wollen, ist immer auf die Anweisungen des Schleusenpersonals zu achten. Schließlich wissen diese am besten, wie die Schleuse optimal zu belegen ist.

Selbstverständlich darf auch in der Schleuse nie überholt werden. Sollte man die Anweisung bekommen, dass man bei einem anderen Boot längsseits gehen soll, dann ist diese Seite sehr gut abzufendern.

Schleusen sind je nach Alter etwas unterschiedlich gestaltet. Handelt es sich um neue Schleusenwände, dann sind diese meist aus glattem Beton gestaltet, was optimal ist. Manchmal trifft man auch auf stählernes Spundprofil, was nicht ganz so gut ist. Handelt es sich um eine wirklich alte Schleuse, dann sind die Wände in der Regel häufig noch geziegelt. Eher selten sind schräge Kammerwände in der Form einer Böschung, welche nur auf nicht sehr festen Untergründen errichtet wurden.

Wichtiges zur Leinenführung

Ist man mit einem Kajütboot oder auch einer größeren Yacht unterwegs, dann sind mindestens zwei Schleusenleinen zum Sichern vorgeschrieben. Handelt es sich um ein kleines Boot, dann reicht meist auch eine Leine mittschiffs, wenn das Wasser nicht zu sehr in Bewegung ist. Bei einer Bergschleusung sind zwei Leinen dann meist doch besser.

Als praktisch haben sich Schleusenhaken erwiesen, die zum Einhaken an einer Leiter oder Steigstange dienen. Nicht ganz so praktisch sind Bootshaken, da der Haken zu klein ist. Mit ihnen kann man in einer Schleuse höchstens eine Leine über einen Poller überlegen.

Für die Leinenführung sind auch die Poller in der Wand geeignet. Handelt es sich um eine große Schleuse, dann gibt es häufig auch Schwimmpoller, die in Führungsschienen dem unterschiedlichen Wasserspiegel folgen können.

Zu berücksichtigen ist, dass die Leinen immer gleiten müssen und nie festgemacht werden dürfen. Wird dies nicht berücksichtigt, kommt es schnell zu großen und kostspieligen Schäden.

Das ist beim Drempel zu beachten

Bei der Fahrt durch die Schleuse sind die gelben Drempelmarkierungen zu beachten. Befindet man sich innerhalb der Schleuse, dann dürfen diese Markierungen nicht überschritten werden. Wird dies nicht beachtet, dann kann es passieren, dass die Boote bei der Talschleusung auf dem Oberdrempel aufsetzen können.

Ist man an seinem Platz in der Schleuse sicher angekommen, sollte der Motor abgestellt werden, da sich sonst die Abgase in der Schleusenkammer sammeln, was besonders für die Insassen von Paddelbooten sehr unangenehm ist.

So funktioniert der Selbstbedienungsbetrieb

Besonders in den beliebten und stark befahrenen Sportbootrevieren kann man immer öfter auf einen halb automatischen Selbstbedienungsbetrieb treffen. Diese Schleusentechnik ist sehr viel Kraft sparender für die Mitglieder der Bootscrew, da die Schleusung bequem von Bord aus gestartet werden kann, indem der Anforderungsschalter betätigt wird.

Bei dem Selbstbedienungsbetrieb gibt es keinen Schleusenwärter mehr, der vor Ort helfen kann. Sollte es dennoch mal zu Problemen kommen, gibt es die Möglichkeit über eine Rufanlage Kontakt aufzunehmen. Außerdem wird das Gelände über eine Videokamera zusätzlich überwacht. Schleusen mit Selbstbedienungsbetrieb findet man vor allem auf den Gewässern von Mecklenburg und Brandenburg immer öfter.

Den Anforderungsschalter erkennt man meist an der blauen Farbe, allerdings kann er manchmal auch mit Grün gekennzeichnet sein. Hinweise zur Bedienung sind meist direkt daneben auf einer Tafel vermerkt. Sobald die Stange gedreht wird, leuchtet an der Spitze ein Signallicht, was zeigt, dass die Automatik auf die Anforderung reagiert. Im nächsten Schritt ist dann auf die Anweisungen der Leuchtschriftanzeige zu achten und den dementsprechenden Signalen der Ampel, um sicher durch die Schleuse zu fahren.

Sobald man in die Schleusenkammer hinein gefahren ist, wird gewartet, bis alle anderen Boote bereit für die Schleusung sind. Ist dies der Fall und wurde dies auch von allen anderen Booten per Signal bestätigt, wird der Weiterschleusungsschalter betätigt. Sollte es zu einem Notfall kommen, darf die rote Stange gedreht werden, damit die Schleusung unterbrochen wird. Zur gleichen Zeit wird dadurch auch die Leitstelle alarmiert. An Land nahe der Schleuse befinden sich die Rettungsmittel für den Notfall.

Der Selbstbedienungsbetrieb ist bei der Großschifffahrt bisher noch nicht zu finden. Hier erfolgt zunehmend eine Umstellung auf eine Fernüberwachung des Betriebs und damit eine Steuerung eines ganzen Revierabschnitt über eine Zentrale. Die meisten Schleusen haben aber bisher immer noch Personal vor Ort, was zu den Betriebszeiten die Vorgänge überwacht.

Das ist bei der Schleusung zu beachten

Eine Schleusung kann entweder eine Talschleusung sein oder eine Bergschleusung. Generell lässt sich sagen, dass die Talschleusung sehr viel leichter abläuft, denn hier treten Strömungen und Strudel nur wenig auf. Das Boot liegt meist auch sehr viel ruhiger, obwohl die Sogwirkung zu spüren ist. Wenn die Fallhöhe in der Schleuse nicht zu groß ist, können die Leinen auch einfach oben am Rand der Kammer auf dem Poller liegen bleiben. Es ist dabei nur darauf zu achten, dass die Leinen auf Slip nachgefiert werden. Ein Umlegen ist nicht nötig. Ist man in der Schleuse ganz unten angekommen, dann kann ein Ende der Leinen einfach abgezogen werden, wenn die Leine eine dementsprechende Länge hat.

Etwas unruhiger kann es bei einer Bergschleusung zugehen. Das ist vor allem in eher kleinen Schleusen häufig der Fall. Hier sollte immer daran gedacht werden, dass die Leinen jeweils im richtigen Moment auf einen entsprechend höheren Punkt umgelegt werden. Wenn sich der Poller mitsamt Leine schon unter Wasser befindet, ist es schon zu spät und es besteht die Gefahr, dass sich die Leine verhakt, obwohl sie auf Slip ist.

Um alles immer gut im Griff zu haben, empfiehlt sich das Tragen von Arbeitshandschuhen. Schließlich sind die Wände einer Schleusenkammer häufig voller Schmutz und Schlick.

Aber nicht nur das eigene Boot sollte man in einer Schleuse im Blick behalten, sondern auch die anderen. Vielleicht zeigen sich dort Probleme, bei denen man helfen kann. Manchmal hilft es auch schon einen zusätzlichen Fender zu verwenden, wenn sich eine kritische Stelle zeigt, um Schäden zu vermeiden.

Ist die Schleusung beendet, sollte man bei der Ausfahrt keine übermäßige Eile haben. Sind Kanus und Kajaks mit in der Schleuse gewesen, dann sollte man sie nach Möglichkeit zuerst ausfahren lassen. Erst wenn das Tor der Schleuse geöffnet wird, sollte auch der Motor wieder gestartet werden. Wird das Signal auf Grün geschaltet und der Weg aus der Schleuse ist frei, dann können auch die Leinen gelöst werden und die Fahrt geht weiter.

Verhalten im Notfall

Sollte doch mal ein Problem auftreten, in dem sich zum Beispiel eine Leine so verhakt hat, dass sie nicht mehr zu lösen ist, sollte man sofort Bescheid sagen, damit die Schleusung angehalten werden kann. Handelt es sich um eine Selbstbedienungsschleuse, dann kann dies von einer anderen Crew gemacht werden oder aber das Schleusenpersonal wird eingreifen. Generell ist das Tragen von Schwimmwesten sicher auch in einer Schleuse sehr zu empfehlen.

Zusammengefasst im Video: